Pferde werden heute im Sport starkbeansprucht. Für über den normalen Bedarf hinausgehende Ansprüche und für besondere Mangelsituationen hat sich der Einsatz von verschiedenen Vitaminpräparaten und Diätfuttermitteln bewährt.
• Aufgaben: Stabilität und Funktion des Knochengerüstes
• das Kalzium-Phosphor-Verhältnis sollte zwischen 1,5 - 2,5 : 1 liegen
• durchschnittlicher Bedarf: siehe Tabelle
• Speicher für Kalzium und Phosphor ist das Skelett
• bei wachsenden Pferden wichtig für Skelettausbildung
• Ca-Versorgung bei konventionellen Rationen (Heu,Hafer) nicht ausreichend
• P-Versorgung meistens ausreichend
• Aufgaben: Funktion vieler Enzyme im Nerven- u. Muskelgewebe, wichtig für Knochenaufbau, Streßvorbeuge, Streßdämpfende Funktion, senkt Streßempfindlichkeit
• durchschnittlicher Bedarf: siehe Tabelle
• ist in allen praxisüblichen Rationen vorhanden
• ist bei Stoffwechselstörungen anzuwenden
• Überversorgung führt zu keinem Nachteil
• Aufgaben: Regulation des Wasserhaushaltes
• durchschnittlicher Bedarf: siehe Tabelle
• Defizite durch hohe Schweißabgaben oder bei Durchfall
• Bedarf steigt bei Bewegungsleistungen erheblich an
• viele Grundfuttermittel enthalten wenig Na, dadurch bleibt die Na-Versorgung oft ungenügend
• ein Na-Mangel äußert sich auf der Weide durch Erdefressen, geringen Appetit, Gewichtsverlust, Leistungsschwäche
• der Gesamtbedarf ist durch den Schweißverlust so variabel, daß er nur über Lecksteine oder Leckmassen erfüllt werden kann, nicht durch Beimischungen im Grundfutter
• Aufgaben: wichtig für Aktivität zahlreicher Enzyme
• durchschnittlicher Bedarf: siehe Tabelle
• der Bedarf wird durch ausreichende Rauhfuttermengen in den meisten Rationen erreicht
• Überschüssige Mengen werden von Pferden toleriert
• Aufgaben: ist für Bildung des roten Blutfarbstoffes unentbehrlich (Sauerstofftransport)
• bei Fe-Unterversorgung geht die Zahl der roten Blutkörperchen zurück, Leistungsschwäche, Infektionsanfälligkeit und angestrengte Atmung sind die Folge
• ist besonders für Fohlen von Bedeutung
• erhöhter Bedarf besteht aber auch nach Blutverlust (Verletzungen), sowie bei beginnendem Training
• der Bedarf steigt bei stark schwitzenden Pferden
• die Fe-Versorgung wird in der Regel durch Mischfutter gesichert
• Aufgaben: für Nerven-, Blut-, Pigment-, Bindegewebebildung und Knochentwicklung unentbehrlich
• bei mangelhafter Versorgung sind Skelettveränderungen bei wachsenden Fohlen festzustellen
• Toleranz des Pferdes gegenüber Kupfer ist hoch
• Aufgaben: für zahlreiche Enzyme im Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel unentbehrlich
• Mangel führt zu borkigen Auflagerungen, Verdickungen der Haut, Haarausfall, erhöhte Infektionsneigung, Veränderungen am Hufhorn
• Zn-Versorgung ist i. d. R. gesichert
• Toleranz gegenüber erhöhten Gehalten ist hoch
• Aufgaben: wirkt als Kofaktor in zahlreichen Enzymsystemen
• ist für die Funktion der Eierstöcke essentiell
• die Versorgung ist i.d. R. gesichert
• ein Co-Mangel führt zu Vitamin B12-Mangel, d. h. zu Blutarmut, Hautveränderungen und Wachstumsstillstand
• Bedarf wird mit den praxisüblichen Futtermitteln gedeckt
• Aufgaben: Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die den Stoffumsatz im Organismus steuern
• Mangel verursacht Wachstumsstörungen der Schilddrüse, später verzögerten Haarwechsel, Ödembildung an den Gliedmaßen, lethargisches Verhalten, allge-meine Körperschwäche und Erschöpfung
• zur Substituion sind Jod-Salze und jodhaltige Futtermittel geeignet (Minerale, Algenminerale)
• Wird ein Leckstein zu lange auf der Weide gelagert, wird das Jod flüchtig
• vor unkontrollierter und überhöhter Jodzufuhr ist zu warnen
• Überfütterung an tragende Stuten verursacht bei neugeborenen Fohlen Erscheinungen wie beim Jod-Mangel (Kropf- und Skelettveränderungen).
• Aufgaben: schützt die Muskelzellmembran neben Vitamin E
• Leinsamen weisen oft höhere Se-Mengen auf, während Hafer auf Searmen Bden angebaut wird
• Erhalten Pferde nur wirtschaftseigenes Futter, so ist die Selenversorgung besonders zu beachten - Nord Süd-Gefälle und Bodenabhängigkeit
• eine Unterversorgung schwächt die Infektionsabwehr
• schwere Mängel führen zu Skelett- und Herzmuskelveränderungen
• das klinische Bild ist durch Schmerzhaftigkeit der Muskulatur, steifen Gang, Lahmheit charakteristisch
• zur Vorbeugung Se-haltige Lecksteine / Leckmassen auf der Weide anbringen oder im Sommer zufüttern, ist bei mineraler Winterfütterung kein Problem
• geringe Toleranz gegenüber Selen, bei zu hoher Dosierung muß mit chronischer Se-Vergiftung gerechnet werden, die sich durch ringelförmige Einschnürungen an Hufen, Haarverlust sowie unspezifische Lahmheiten äußert
• Sammelbezeichung für eine Reihe verwandter Stoffe
• Aufgaben: entfaltet seine wichtigste Wirkung in den äußerlichen Zellschichten von Haut und Schleimhaut
• bei einem Mangel steigt die Infektionsfähigkeit nicht nur der äußeren Haut, sondern auch aller anderen Organsysteme (Verdauungskanal, Atmungs-, Harn- und Geschlechtsapparat, Bindehaut der Augen)
• beim ausgewachsenem Pferd macht sich ein Mangel am Hufhorn bemerkbar, das brüchig wird und zu Spaltenbildung neigt, sowie hohe Empfindlichkeit im Bereich der Beugesehnen wird deutlich
• ist wichtig für den Stoffwechsel der Knochen
• die Versorgung ist gesichert, wenn Pferde frisches Grünfutter erhalten
• bei überhöhter Vitamin A-Zufuhr kann es zu rauhem Haarkleid kommen
• kommt in Pflanzen vor
• es entsteht durch UV-Bestrahlung und ist daher in abgestorbenen Blättern, z. B. im Heu in höheren Konzentrationen zu finden als in frischem Grünfutter
• Hinweise zu Vitamin D-Mangel fehlen bei erwachsenen Pferden
• die Versorgung ist bei Heu am geeignetsten
• überhöhte Vitamin D-Gaben sind gefährlich, Appetitlosigkeit, Lahmheiten, Nierenversagen sind die Folge
• das Pferd ist gegenüber überhöhten Vitamin D-Gaben sehr empfindlich, dagegen fehlen Hinweise bei erwachsenen Pferden über einen Vitamin D-Mangel
• Aufgaben: schützt Zellmembranen, sind für Struktur und Funktion von Herz- und Skelettmuskulatur unentbehrlich
• ein Mangel führt zu Veränderungen der Muskulatur
• die Versorgung ist auf der Weide oder bei Grünfütterung stets ausreichend
• unzureichende Versorgung bei Fütterung von altem Heu und überlagertem Hafer
• um den Bedarf zu sichern, sind Grünmehle, Getreidekeime und Mineralfutter geeignet
• Schäden durch Vitamin E-Überversorgung sind nur bei extremen Überdosierungen zu erwarten
• Aufgaben: für Blutgerinnung unentbehrlich
• Grünfutter ist besonders reich an Vitamin K
• dazu gehören B-Vitamine und Vitamin C
• Mangelzustände sind wegen dem hohem Gehalt im Futter selten
• bei Leistungsschwäche, Appetitlosikeit, Blut- und Hautveränderungen ist die Vita-min B-Versorgung zu überprüfen
• überhöhte Vitamin B-Gaben werden vom Pferd toleriert und führen zu keinem ge-sundheitlichen Risiko
| Wichtigste Inhaltsstoffe | Verwendungszweck | |
| Elektrolytpräparate | Elektrolyte (Na. Cl) | Ausgleich von Elektrolyt-Verlusten |
| Carotinpräparate | ß-Carotin | Stimulation der Fruchtbarkeit |
| Biotinpräparate | Biotin, Zink, Methionin | Verbesserung der Hufbeschaffenheit, Fellbeschaffenheit |
| Magnesiumpräparate | Magnesiumverbindungen | Stressdämpfung |
| Glykosaminoglykanepräparate | Glykosaminoglykanepräparate | Liefern Grundstoffe der Bindegewebe (Sehnen, Bänder und Gelenkknorpel) |
| Kräutermischungen | z.B. Brennnessel, Bockshorn-klee, Wacholderbeere, Rosmarin | Positive Wirkung auf die Atemwege |
| Vitamin-E-Präparate | Verschiedene Tocopherole evtl. zusätzlich Selen | Günstige Wirkung auf Muskelstoffwechsel, Schutz der ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation |
| Ca | P | Mg | Na | K | Cl | |
| Erhaltung | 30 | 18 | 12 | 12 | 30 | 48 |
| Arbeit gering | 31 | 18 | 13 | 27 | 39 | 73 |
| Arbeit mittel | 32 | 18 | 13 | 43 | 48 | 98 |
| Arbeit stark | 34 | 19 | 15 | 85 | 72 | 164 |
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